Moderne Logistikzentren sind Warenumschlagsplätze, die effizient sämtliche Transportschienen nutzen - dabei erfüllen sie auch ökologische Ansprüche.
Rund 100 Millionen Tonnen Güter werden im Duisburger Hafen pro Jahr umgeschlagen. Damit gilt dieser nicht nur als der größte Binnenhafen der Welt - er ist zugleich Erfolgsmodell eines multimodalen Logistikzentrums. In den vergangenen acht Jahren haben sich 50 große Unternehmen im "duisport" angesiedelt. Sie bieten umfassende Dienstleistungen, die von herkömmlichen Hafenaktivitäten über Zusatzservices wie Lagerung und Verpackung bis hin zu hoch spezialisierten IT- und Beratungsleistungen reichen.
Von Mehrwert und Wertschöpfung
Ein Güterverteilzentrum wie "duisport" bildet einen logistischen Knotenpunkt: Hier treffen alle Verkehrsträger aufeinander, die Waren werden umgeschlagen und über die verschiedenen Transportschienen weiterbefördert. "Ein multimodales Logistikzentrum muss jedoch nicht nur Basisaufgaben des Güterumschlags übernehmen, sondern auch Mehrwertdienstleistungen bereitstellen", sagt Logistikberater Alexander Kieslinger. Daher bezeichnet er die Ansiedlung entsprechender Dienstleister als einen essenziellen Erfolgsfaktor. "Denn diese Sparte generiert sowohl eine hohe Wertschöpfung als auch Arbeitsplätze." Darüber hinaus basiert der Erfolg eines multimodalen Logistikzentrums auf verschiedenen Faktoren: einem neutralen Betreiber, der die Rolle des Vermarkters und des Infrastrukturmanagers übernimmt, seiner geografischen Nähe zu den Absatzmärkten sowie den wesentlichen Verkehrsachsen der Region, der Integration möglichst vieler Verkehrsträger und letztlich ausreichenden Ausbaumöglichkeiten, da der Aufbau nur schrittweise über Jahre hinweg erfolgen kann.
"Green Logistics"
Auch in der Logistik wird immer größeres Augenmerk auf Umwelt und Klimaschutz gelegt. Die Güterverteilzentren sollten deshalb in der Lage sein, die steigenden ökologischen Anforderungen zu erfüllen. "Das Thema 'Green Logistics' stellt ein multimodales Logistikzentrum natürlich vor Herausforderungen, bietet aber in erster Linie Chancen", so Kieslinger. Denn je effizienter alle Verkehrsträger integriert würden, desto einfacher falle die Entscheidung zugunsten Bahn und Binnenschiff. "Wo derart große Gütermengen bewegt werden, können nicht nur Bahn-Stückguttransporte angeboten werden, sondern es lassen sich ebenso effiziente Ganzzüge in mehrere Richtungen betreiben", sagt der Logistikberater. Fakt ist: Kein Bahntransport lässt sich ohne Vor- und Nachlauf auf der Straße bewältigen, ebenso lässt sich kein Schiffstransport ohne Vor- und Nachlauf per Bahn oder LKW bewerkstelligen. Multimodale Logistikzentren können jedoch dazu beitragen, die Nutzung der umweltfreundlichen Verkehrsträger zu forcieren.
zurück zu den x|periences vom 30.07.2008