Nichts ist für die Ewigkeit, sagt schon der Volksmund. Getreu diesem Motto haben Konzerne bis vor Kurzem häufig bereits mit der Evaluierung eines „Nachfolge”-Systems begonnen, bevor die neue Lagersoftware bzw. das Warehouse Management Systems (WMS) überhaupt vollständig implementiert war. Infolge der Wirtschaftskrise hat sich diesbezüglich nun einiges geändert – denn auch die Logistik- und IT-Budgets sind geschrumpft.
Softwarehersteller: Vom Projekt- zum Produktfokus
Seither legen Hersteller einen Fokus auf die Produktfähigkeit und kürzere Release-Zeiten. Dies soll es den Kunden erleichtern, auf dem neuesten Stand der Technik zu bleiben. Zusätzlich wurden Support- und Analysefunktionen professionalisiert, um Kunden in den Produktentstehungsprozess einbinden. Auf diese Weise profitieren Hersteller und Kunden gegenseitig von ihren Erfahrungen. „Dieser Wandel hat nicht unwesentlich dazu beigetragen, die Entwicklung vom Projekt- zum Produktgeschäft auf beiden Seiten nachhaltig zu forcieren”, berichtet Logistikberater Patrick Umgeher. Vor allem flexible und einfache Anwendungen, die möglichst vom Kunden selbst – ohne externe Unterstützung oder Programmierkenntnisse – geändert werden können, seien zwischenzeitlich zum Verkaufsschlager geworden. „Damit verfolgen die Herstellerganz klar das Ziel, langfristiges Vertrauen und eine starke Kundenbindung aufzubauen”, sagt Umgeher. „Damit die Unternehmen erst gar nicht unter Druck kommen, ihre IT-Landschaft in derart kurzen Zyklen zu erneuern.”
Der Kunde: Vom Auftraggeber zum Integrator Zurück zu den x|periences vom 23.02.2011
Die Neuausrichtung der Hersteller hin zum Produktgeschäft birgt für die Kunden nicht nur auf kaufmännischer Seite immense Vorteile. „Um von diesen aber auch langfristig profitieren zu können, müssen grundlegende Handlungsweisen hinterfragt beziehungsweise angepasst werden”, weiß Umgeher. Angefangen vom Auswahlverfahren des Anbieters bis zur laufenden Implementierung neuer Releases braucht es schlanke und vor allem entscheidungsfähige Strukturen und Mechanismen. „Nur so lassen sich die Softwarelösungen auch zweckgemäß einsetzen.” Es hat sich in der Praxis gezeigt, dass vor allem Unternehmen, die über solche Strukturen verfügen, auch ihre IT-Budgets im Logistikbereich schlank halten können – aber trotzdem beim Wettbewerbsfaktor Intralogistik eine Vorreiterrolle einnehmen.