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Richtungsweisender Logistik-Check

Wie ein aussichtsreicher georgischer Automobilzulieferer logistisches Einsparungspotenzial nutzt, um wieder auf Wachstumskurs zu kommen.

Tegeta Motors ist in Georgien der führende Anbieter von LKW-Ersatzteilen. Das Unternehmen mit Sitz in Tiflis hat sehr hohe Qualitätsansprüche, Werk- und Lagerstätten entsprechen größtenteils westlichen Standards. Zu Beginn des Jahrtausends erlebte Tegeta Motors ein enormes Wachstum - innerhalb von nur sechs Jahren verzehnfachte sich die Mitarbeiterzahl von 50 auf 500. Infolge des kaukasischen Fünf-Tage-Kriegs im August 2008 und der Weltwirtschaftskrise sind die Gewinne jedoch um 40 Prozent eingebrochen.
Um Marktführer zu bleiben und weiterhin Top-Qualität bieten zu können, hat der Automobilzulieferer auch Beratungsunterstützung der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWD) in Anspruch genommen. Und die EU-Institution, die einstige Ostblockstaaten auf ihrem Weg in die Marktwirtschaft finanziell unter die Arme greift, zog x|vise hinzu: Die Logistikberater sollten Optimierungspotenzial in der Logistik aufdecken.

Logistikdienstleister für die Region
Eine Woche waren die Consultants Andreas Dür und Gerald Wolf in Tiflis vor Ort, um Logistikprozesse zu analysieren, Verbesserungsmöglichkeiten herauszuarbeiten und in einem Maßnahmenkatalog zusammenzufassen.
Handlungsbedarf besteht für Tegeta Motors insbesondere in Bezug auf das veraltete Zentrallager, das in absehbarer Zeit durch eine moderne Anlage ersetzt werden sollte. Priorität hat laut Dür außerdem die Definition von Kernprozessen in der Beschaffung, im Lager und in der Distribution. Aktuell sind logistische Abläufe noch auf mehrere Abteilungen verteilt, einen verantwortlichen Logistikleiter gibt es nicht. "Wichtig ist vor allem auch, den Einkauf und das Bestandsmanagement genau unter die Lupe zu nehmen und entsprechend anzupassen", so der Logistikberater. "Hier bietet sich beachtliches Einsparpotenzial." Hintergrund ist der, dass Tegeta Motors in Japan gekaufte LKW-Reifen, die es in Georgien exklusiv vertreibt, über mehrere Monate vorfinanzieren muss. Dieses Prozedere bindet wertvolles Kapital, das es zu reduzieren gilt. Zum Beispiel auch durch Gespräche mit dem Reifenhersteller, der mit einem neuen Lager die Möglichkeit schaffen könnte, dass Tegeta Motos künftig im eigenen Land statt in Übersee einkauft. "In Georgien zeigt sich ein Phänomen, das in vielen Schwellenländer auftritt", sagt Andreas Dür. "Kredite sind oftmals teurer als Eigenkapital - bei gleichzeitig höheren Anforderungen an das Working Capital. Dies ist einer der größten Hemmschuhe für eine rasche Entwicklung."

Ein strategisches Thema mit Zukunftschance ist für Dür schließlich die Tochterfirma Tegeta Logistics, ein Frächterunternehmen, das im Auftrag von Tegeta Motors Container vom Hafen Poti zum Firmensitz befördert. Derzeit gibt es laut dem Logistikberater im Land weder Logistikdienstleister noch große Spediteure. "Von daher liegen Überlegungen nahe, Tegeta Logistics zu einem integrierten Logistikdienstleister auszubauen, der auch für ausländische Unterehmen den Markt Georgien, aber genauso Aserbaidschan oder Armenien abdecken kann."

Mit dem Maßnahmenkatalg verfügt Tegeta Motors nun über eine fundierte Grundlage, um die nächsten Schritte zu planen. "Und dabei können sie in vielen Belangen auf eigenes Know-how bauen", verweist Dür auf einen wichtigen Aspekt. In Bereichen wie dem Lagerdesign wiederum wird der Automobilzulieferer externe Experten hinzuziehen, um westliche Standards zu sichern. Die Ergebnisse der x|vise-Beratungswoche haben die Firmenspitze jedenfalls überzeugt.

zurück zu den x|periences vom 19.05.2010

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