Kreativität ist eine schöpferische Kraft. Beim Innovationsmanagement hingegen dreht sich alles um die Verwertung neuer Ideen. x|periences ist der Frage nachgegangen, wie es sich mit Innovationen in der Logistik verhält.
Innovationsmanagement umfasst die systematische Planung, Steuerung und Kontrolle von Innovationen in Organisationen und kann sich auf Produkte, Dienstleistungen, Fertigungstechnologien, Managementprozesse und vieles mehr beziehen. Während Produktinnovationen darauf abzielen, die Bedürfnisse von Kunden besser zu befriedigen, sind Prozessinnovationen auf die Verbesserung von Effektivität und Effizienz von Verfahren ausgerichtet.
Knackpunkt Organisation
„Eine Dienstleistungsinnovation ist die Entwicklung einer neuen Dienstleistung, die unter anderem durch Immaterialität, einen kaum möglichen Patentschutz oder auch das zeitliche Zusammenfallen von Produktion und Konsum gekennzeichnet ist”, erörtert x|vise-Consultant Alexander Kieslinger. Schon aus diesem Grund seien Dienstleistungsinnovationen anders zu handhaben als Produktinnovationen.
Eine entscheidende Frage ist außerdem die organisatorische Einbettung des Innovationsmanagements im Unternehmen. Während beispielsweise Maschinen in der Regel von Ingenieuren der F&E-Abteilungen entwickelt werden, ist die Zuständigkeit für die Entwicklung von Dienstleistungen häufig unterschiedlich geregelt. „Dabei spielen auch Absatz- und Marketingforschung eine wichtige Rolle”, weiß Kieslinger. „Dementsprechend konzentriert sich der Innovationsprozess nicht allein auf F&E, vielmehr ist eine Reihe von Unternehmensbereichen und Abteilungen daran beteiligt.” Und genau darin liegt auch die Gefahr. Denn durch die Verteilung der Verantwortung auf mehrere Unternehmensbereiche fühlt sich meist niemand wirklich dafür verantwortlich. Anfallende Aufgaben werden erst in zweiter Priorität abgearbeitet. „Dieses Potenzial können Unternehmen ausschöpfen”, so der Logistikberater, „indem Aufgaben, Verantwortungen und Kompetenzen im Innovationsmanagement unter Mitwirkung aller Beteiligten festlegt, klar kommuniziert und zentral gesteuert werden.”
Ein laufender Prozess
Um den Innovationsprozess zu starten und am Leben zu erhalten, braucht es neben der organisatorischen Einbettung aber auch Anreize zur Generierung und Umsetzung von Ideen. Das können unternehmensinterne, monetäre Anreize sein oder die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen wie beispielsweise dem Logistik-Innovationspreis. Nicht zuletzt können auch externe (Logistik-)Partner gezielt eingesetzt werden, um eine Außensicht zu eröffnen sowie neues Wissen und Ideen einzubringen.
„Erfolgreiche Innovationen entstehen durch zielgerichtetes, strukturiertes Arbeiten und haben wenig mit ‚Invention’, dem Erfinden, zu tun”, konstatiert Alexander Kieslinger. Aber vor allem sei das Managen von Innovationen ein laufender Prozess, der in der Unternehmensorganisation mit klaren Verantwortungen verankert werden müsse. „Innovationsmanagement ist harte Arbeit – und somit mehr Transpiration als Inspiration.”