Gebundenes Kapital kommt Unternehmen teuer zu stehen. Vor allem in Zeiten wie diesen. Wie "Working Capital Management" dabei hilft, die Finanzkraft zu stärken, und welche Rolle dabei die Logistik spielt.
Besonders kleine und mittelständische Unternehmen befinden sich derzeit in einem Teufelskreis: Mit der Wirtschaftskrise hat sich eine Kreditklemme eingestellt. Banken vergeben weniger Darlehen, den Betrieben fehlen somit die finanziellen Mittel für Investitionen in die Zukunft. Und dabei wären diese Investitionen gerade jetzt notwendig, um erfolgreich wirtschaften zu können, wenn die Konjunktur wieder anzieht. Hinzu kommt, dass infolge von Lieferantenkrediten und Zahlungszielen der Kunden eine Diskrepanz zwischen dem Warenfluss und dem tatsächlichen Geldfluss entsteht.
Finanzströme steuern und optimieren
Chancen, die Liquidität und damit die Bilanzkennzahlen zu verbessern, bietet "Working Capital Management" (WCM). "Dabei geht es darum, Prozesse so zu gestalten, dass möglichst wenig Kapital im Umlaufvermögen gebunden ist", erörtert Gregor Gluttig, Consultant bei x|vise. Als Messwert wird neben den durchschnittlichen Laufzeiten von Forderungen und Verbindlichkeiten auch die Lagerumschlagshäufigkeit herangezogen.
Wirtschaftsprüfer propagieren diese Methode zur Steuerung und Optimierung von Finanzströmen schon lange. "Sie sehen die Lösung aber primär in der Einführung eines Forderungs- und Lieferantenmanagements", weiß Gluttig. Gerade für KMU sei es jedoch schwierig, ein automatisiertes Mahnwesen zu implementieren und davon zu profitieren. Denn größere Abnehmer stellen in Bezug auf Zahlungsziele eigene Spielregeln auf - ihre Lieferanten können sich daran halten oder müssen damit rechnen, durch einen anderen Lieferanten ersetzt zu werden.
Erfolgsfaktor Prozessmanagement
Ausschließlich finanztechnisch lässt sich dem Problem der Kapitalbindung also nicht begegnen. Vielmehr spielt dabei vor allem auch das Management der logistischen Prozesse eine tragende Rolle. Gregor Gluttig konkretisert: "Lieferantenseitig können beispielsweise Just-in-time-Lieferungen, neue IT-Lösungen für den Datenaustausch via EDI, Tracking & Tracing oder auch eine stärkere Integration des Lieferanten dazu dienen, Lieferzeiten zu verkürzen und gleichzeitig die Qualität zu steigern." Empfehlenswert sei in jedem Fall eine kontinuierliche Lieferantenbewertung. Betriebsintern hingegen geht es in erster Linie darum, den optimalen Warenfluss zu konzipieren und Lagerbestände zu reduzieren. "Verspätete Zahlungen erfolgen mitunter auch aus Unzufriedenheit des Kunden mit der erbrachten Leistung beziehungsweise der gelieferten Ware", gibt der Logistikberater zu bedenken. Deshalb gelte es, interne Prozesse sehr kritisch zu beleuchten und beispielsweise auch Transportdienstleister Qualitätskontrollen oder Bewertungen zu unterziehen.
Gestärkt aus der Krise
Experten zufolge lässt sich durch gezieltes Working Capital Management das gebundene Kapital um zehn bis 30 Prozent reduzieren. x|vise unterstützt Unternehmen dabei auf verschiedenste Weise. "Zum einen übernehmen wir die Aufgabe, die komplette Logistik eines Unternehmens zu durchleuchten, und decken dabei Verbesserungspotenziale auf", so Gregor Gluttig. Zum anderen würden sich die Consultants auch ganz konkreten Anliegen oder Problemstellungen von Kundenseite annehmen. "Beispielsweise wenn ein Betrieb seine Lieferanten stärker einbinden und logistische Mittel zur Performanceverbesserung in der Lieferkette wie Vendor Managed Inventory oder Konsignationslager einführen möchte oder auch wenn die Implementierung neuer technischer Systeme geplant ist, kann x|vise aufgrund langjähriger Erfahrung als kompetenter Partner und Berater fungieren."
Der Logistikberater ist überzeugt, dass jetzt der richtige Moment ist, um logistische Prozesse neu zu überdenken und Optimierungsmaßnahmen in Angriff zu nehmen. "Unternehmen können sich auf diese Weise auch finanziell besser aufstellen, um schließlich gestärkt aus der Krise hervorzugehen."
zurück zu den x|periences vom 13.05.2009