Logistik in Bewegung

Über den Plänen der neuen Logistikhalle der Firma Kugelfink brüteten Architekten und x|vise-Berater gleichermaßen. Das Ergebnis ist eine bedarfsgerechte Anlage, die das hohe Qualitätsniveau nachhaltig sichert und Platz für weiteres Wachstum bietet.

Wo sich in Vorarlbergs Wirtschaft etwas dreht oder bewegt, sind meist Produkte des Dornbirner Handelsunternehmens Kugelfink im Einsatz. Das Sortiment des 1934 gegründeten Spezialisten für Wälzlager, Antriebstechnik und Linearsysteme umfasst rund 25.000 Artikel. Und wer ein Kugellager benötigt, in welcher Dimension auch immer, weiß: Beim Kugelfink ist es abholbereit.

„Kugelfink möchte seinen Kunden durch ein gut sortiertes Lager und eine rasche Auftragsabwicklung ein herausragendes Services bieten“, berichtet x|vise-Logistikberater Thomas Bale. Das Unternehmen beliefert jedoch nicht nur Großkunden, sondern es geht auch täglich viel Ware über den Verkaufstresen. „Das stellt natürlich zusätzliche Anforderungen an die Logistik.“ Am angestammten Firmensitz ist Kugelfink stetig gewachsen. Bis die Platzverhältnisse irgendwann immer beengter wurden und effiziente Logistikprozesse behinderten. Unverändert blieb indes der hohe Anspruch, Kunden prompt und zuverlässig zu bedienen.

Funktion & Design vereint
Um den Lagerbetrieb auch in Zukunft reibungslos abwickeln zu können, brauchte es neben ausreichenden Kapazitäten auch entsprechende Lagertechnik, optimale Prozesse und technische Unterstützung. Ein neues Lagerverwaltungssystem sollte die ohnehin geringe Fehlerquote weiter senken und die Abläufe optimieren. Mangels Erweiterungsmöglichkeiten in Dornbirn entschloss sich die Firmenleitung deshalb zu einem Neubau. In der Nachbargemeinde Lustenau entsteht derzeit ein modernes zweigeschossiges Bürogebäude mit angebundener Logistikhalle, an deren Planung Architekten und Logistikberater Hand in Hand gearbeitet haben. Ein Idealfall, wie Bale hervorhebt: „Durch die enge Abstimmung ergänzen sich Funktion und Gestaltung optimal, da kann es beispielsweise nicht passieren, dass vom Architekten geplante Säulen die Abläufe stören“. Hinzu käme, dass einem bei einem solchen Logistikprojekt „auf der grünen Wiese“ deutlich mehr Möglichkeiten offen stünden als bei einem Um- oder Zubau.

Bedarfsgerechte Planung
Aufgabe der Logistikberater war es, die neue Halle so zu gestalten, dass die hohen Standards gehalten bzw. gesteigert werden können und auch noch Raum für zusätzliches Wachstum besteht. Erklärtes Ziel war es, trotz des größeren Gebäudes bei der Betreuung der Kunden nicht an Schnelligkeit einzubüßen. Die Logistikplaner zeichneten dabei von der Bedarfserhebung über die Prozessplanung bis hin zur Auswahl der Ausstattung inklusive geeigneter Lagertechnik und der Unterstützung bei der Einführung des Lagerverwaltungssystems verantwortlich.

Konkret erarbeiteten die x|vise-Berater auf Basis einer Ist-Analyse zuerst ein zukunftsfähiges Logistikkonzept. Als nächstes folgte die Entwurfsplanung für den neuen Standort. Dabei stand laut Thomas Bale im Vordergrund, wirtschaftlich und vor allem bedarfsgerecht zu planen: „Es galt, eine einfache, höchst flexible Lagerabwicklung für sichere Prozesse zu schaffen, nicht mehr und nicht weniger.“ Nachdem die Soll-Prozesse skizziert worden waren, ging es an die Erstellung eines Lastenhefts, das im Detail festlegte, was das Lagerverwaltungssystem leisten können muss. Am Ende standen Ausschreibungen und Lieferantenverhandlungen für die Regale und die Staplertechnik.

In Bestzeit beim Kunden
Realisiert wird nun eine zweigeschossige Fachbodenregalanlage mit Kragarm- und Palettenregalen und durchdachter Lagerbelegung: Schnelldreher lagern prominent in greifbarer Nähe, Langsamdreher weiter hinten, um die Wege für die Mitarbeiter möglichst kurz zu halten. Auf Lagerautomatisierung haben die Logistiker bewusst verzichtet. Wohl standen in punkto Lagertechnik Varianten mit unterschiedlichem Automatisierungsgrad zur Diskussion. Die Wahl fiel jedoch schließlich auf eine manuelle Bedienung. „Weil diese aufgrund der geforderten Flexibilität am Praktikabelsten und Effizientesten ist, auch um Spitzen abdecken zu können“, begründet Thomas Bale die Entscheidung. „So ist gewährleistet, dass die Produkte in Bestzeit beim Kunden sind.“  

Die Lieferanten für Lagerbühne und Regal stehen bereits fest, auch den Auftrag für das Lagerverwaltungssystem hat Kugelfink vergeben. „Damit liegt alles im Zeitplan“, zeigt sich Bale mit dem Projektverlauf zufrieden. Zum Jahreswechsel sollen die 15 Mitarbeiter dann in das neue Firmengebäude nach Lustenau übersiedeln.